Kunst
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Zensur und Kunst
Ausstellungen
Kulturgeschichte
"Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ Abt. Hadj Amin el-Husseini, Haus der Kulturen, Berlin 2009
Der Palästinenser Führer Hadj Amin el-Husseini gratulierte dem deutschen Generalkonsul in Jerusalem zur Machtergreifung Hitlers und der Nationalsozialisten, warb später muslimische Freiwillige für die Waffen-SS an und propagierte die „Endlösung“. Nach dem Krieg wurde er zum obersten Repräsentanten Palästinas. U.a. diese sachlich richtigen Informationen sollten auf einer Schautafel für die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ (Neuköllner Werkstatt der Kulturen) ab 1.8.2009 gezeigt werden. Dies wurde von der Leitung untersagt. Die Ausstellung wurde dann komplett in den Uferhallen in Wedding gezeigt. (Tagesspiegel 25.8.2009)
"Körperwelten" Gunter von Hagen, Köln 2009
Die vielfach diskutierte Ausstellung sollte in Köln ab dem 19.9.2009 nur unter Auflagen gezeigt werden. U.a. verfügte das Ordnungsamt der Stadt, dass keine Exponate präsentiert werden dürfen, die plastinierte Tote beim Sexualakt zeigen, da es "das sittliche Empfinden der Bevölkerungsmehrheit verletze". Eine weitere Auflage bestand darin, Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung von Erwachsenen in die Schau zu lassen. Von Hagen kündigte juristische Schritte an. (WN 19.9.2009)
Totenmasken der RAF, Esslingen 2010
Eine Ausstellung in Esslingen, die sich mit den Umbrüchen des Jahres 1969 auseinandersetzte geriet u.a. deshalb in die Kritik, weil in ihr die Totenmasken von Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin und Andreas Baader gezeigt wurden. Politiker reagierten entsetzt und forderten dazu auf, die Masken zu entfernen. Eine Mitarbeiterin des Kulturamtes sah sogar den Ausstellungsort "entweiht". (MZ 31.3.2010)
Kunstausstellungen
Mark Prent: "Horrorkabinette", Toronto/Berlin 1975
Bevor die Horrorkabinette 1975 in Berlin gezeigt wurden, waren sie bereits in Toronto zu sehen. Da kam zweimal die Polizei, weil die einsehbaren Enviroments mit verstümmelten und verreckten Menschen aus Polyesterharz als zu "anstößig" erschienen- (Spiegel 53 1975)
Peter Wörfel: „Provozierende Geschmacklosigkeiten“, Coburg 1982
Der Kommandeur des Bundesgrenzschutz-Kommandos Süd; Günter Dickten, protestierte in seiner Heimatstadt Coburg ganz im Argumentationsmuster gegen sie sog. „Entartete Kunst“ gegen eine Ausstellung mit Zeichnungen des Krefelder Prof. Peter Wörfel. In einem Brief an den Direktor der Kunstsammlungen der „Veste Coburg“, Joachim Kruse, äußerte er seinen Unmut über die auf der Einladung dargebotene Kunst. Sie sei „von provozierender Geschmacklosigkeit“. Möglicherweise habe der „respektvolle Irrglaube versagt, zwischen Realismus und Primitivem nicht unterscheiden zu können“. (Spiegel 25 1982)
Erste Ausstellung von Aktgemälden, China 1989
Viele der weiblichen Modelle hatten sich ohne Wissen von Eltern oder Gatten und nur unter der Bedingung, dass die Bilder nie in der Öffentlichkeit gezeigt würden, für die Sitzungen zur Verfügung gestellt. Doch die "Zentrale Akademie der Künste" zeigte die Arbeiten und sorgte so für einen Eklat: Frauen wurden von Verwandten und Freunden geächtet, zwei Ehemänner reichten die Scheidung ein und 5 der 139 Gemälde mussten vorzeitig aus der Schau entfernt werden. Schwarzmarkthändler verkauften derweil Postkarten mit den Motiven. (Spiegel 2 1989)
Peter Brookes: Ausstellung britischer Cartoons, EG-Zentrale Brüssel 1992
Peter Brookes, britischer Karikaturist, nahm an einer Ausstellung britischer Cartoons teil, die in der Brüsseler EG-Zentrale stattfinden sollte. Das britische Außenministerium gedachte mit den Karikaturen, die Übernahme des Ministerratsvorsitzes zu feiern. Dann stoppte das Ministerium das Unternehmen, weil es Empfindlichkeiten der übrigen Eurokraten befürchtete. (Spiegel 23 1992)
Marc Quinn: "Geköpfte Barbie", London 1999
Nach Protesten wurde die Arbeit ("Enthauptete" Barbie-Puppe, deren Kopf aufgespießt in einem Kühlschrank gezeigt werden sollte) aus einer von Elton John organisierten Ausstellung zu Gunsten der Aidshilfe zurückgezogen. (WN 19.10.1999)
Ausstellung: „Unschuldsvermutung- Zeitgenössische Kunst und Kindheit“, Bordeaux 2000/2006
2006 wurde gegen den früheren Leiter des Museums für Kunst der Gegenwart, Henry-Claude Cousseau, der Prozess gemacht, weil dieser vor sechs Jahren die Ausstellung „Unschuldsvermutung – zeitgenössische Kunst und Kindheit“ gezeigt hatte. Vorgeworfen wurde dem Kunsthistoriker die „Verbreitung von gewaltsamen und pornographischen Bildern …, die die Würde des Kindes beeinträchtigt“ hätte. Insbesondere eine Video-Installation der österreichischen Künstlerin Elke Krystufek, die sie bei der Selbstbefriedigung mit einer Gurke zeigt, erregte die öffentlichen Gemüter. Sekundiert von dem Kinderschutzbund „La Mouette“ stellte ein besorgter Vater Strafanzeige. (Spiegel 49 2006)
Arno Breker in Schwerin, 2006
Die Idee, in Schwerin eine große Breker-Ausstellung zu zeigen, spaltete 2006 die Kunstwelt. Klaus Staeck, für den ebenfalls in Schwerin eine Ausstellung geplant war, sagte diese aus Protest ab. Die einen sahen und sehen in Breker den Hitler-Günstling und bestreiten den künstlerischen Wert seiner Arbeiten, andere halten ihn für einen bedeutenden Bildhauer des 20 Jahrhunderts. Der Titel der umfassenden Ausstellung zum Werk Breker lautete „Zur Diskussion gestellt: Der Bildhauer Arno Breker“. Der langjährige Chef des Ausstellungshauses, Rudolf Conrades, verteidigte das Projekt im Katalog: „Einer souveränen, selbstbewussten Demokratie ist die Tabuisierung einer schwierigen, aber doch nicht abzuleugnenden Kunstperiode der eigenen Geschichte weder würdig noch förderlich.“ Die Direktorin des Staatlichen Museum Schwerin, Kornelia von Berswordt, hingegen sah in den Arbeiten „gar keine Kunstaspekte“, hielt es für „grob fahrlässig“, solche Präsentation im Vorfeld einer Landtagswahlen im September, bei dem der Einzug der NPD befürchtet wird, abzuhalten. (WN 10.7.06)
„Vade retro“ - Ausstellung zum Verhältnis von Kunst und Homosexualität -, Mailand 2007
Die Ausstellung war bereits aufgebaut, wurde dann aber endgültig abgesagt. Bereits zuvor hatte es Ärger um die angeblich blasphemische Papst-Skulptur „Miss Kitty“ von Paolo Schmidlin gegeben, so dass die Eröffnung verschoben werden musste. „Miss Kitty“ wurde neben zwei andern Skulpturen aus der Ausstellung entfernt. Dann, nach einem neuen Lokaltermin mit der Bürgermeisterin Letizia Moratti, wurde ein weites Dutzend Kunstwerke wegen angeblicher Pornographie oder Nähe zur Pädophilie beanstandet und die gesamte Schau abgesagt. (SZ 16.7.2007)
„Erotik im Werk großer Meister“, Frankreich und Vereinige Arabische Emirate, 2007
Beide Länder schlossen 2007 einen Vertrag über die Ausstattung und Weiterentwicklung eines „Universalmuseum“ auf der Freizeit-Insel Saadiyat Island vor der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Ausdrücklich wurde dabei eine Ausstellung über die „Erotik im Werk großer Meister“ im „Lourve Abu Dabi“ ausgeschlossen. (Welt 8.3.2007)
Ausstellung der dänischen Gruppe „Surrend“ in Berlin, 2008
Eine Ausstellung der Gruppe mit satirisch-politischen Karikaturen und Plakaten im Kunstverein Tiergarten wurde aus Sicherheitsgründen 2008 geschlossen worden. „Aufgebrachte Muslime“ hatten die Ausstellung gestört und verlangt, mehrere der ausgestellten Poster zu entfernen, u.a. eins mit dem Bildmotiv der würfelförmigen Kaaba in Mekka, das mit der Zeile „dummer Stein“ kommentiert und im Kontext mit einem Mann mit typisch jüdischer Hutbekleidung gezeigt wurde, das wiederum mit „dummer Hut“ kommentiert war. (MZ 29.2.2008)
"Pop-Life, London 2009
Nur einen Tag nach der Eröffnung rückte die Sittenpolizei zur Londoner Show an und legten der Tate modern nahe, einen Ausstellungsraum zu schließen. In dem war die Richard Princes Installation " "Spiritual America" zu sehen: ein Werk mit der nackten zehnjährigen Brooke Shields. Das Werk wurde durch "Spiritual America 4" ersetzt, das die Schauspielerin in der selben Pose zeigte, nur eben als Erwachsene. ( Süd. 27.10.2009) In der Ausstellung wurden ferner Stücke aus der Serie "Made in Heaven" von Jeff Koons gezeigt (Koons und seine damalige Ehefrau Ilona Staller sind darauf beim Sex zu sehen), sowie ein 60-minütiger Film von Andrea Fraser ("Untiteld"), in dem die Künstlerin Sex mit einem Sammler hat. (FAZ 2.3.4./10.2009)
Aktionskunst
„Anti-Nazi-Spray“ gegen "Nazi-Schwein", 1968
Beamte des 14. politischen Kommissariats der Kölner Kripo besuchten die Galerie „art intermedia“ in Köln um dem Besitzer Helmut Rywelski zu erklärten, dass er das schwarz-rot-gelbe Nazischweinchen des Düsseldorfers Pop-Künstlers H.P. Alvermann nicht mehr in Schaufenster stellen dürfe, weil „möglicherweise eine Verunglimpfung der Bundesfarben“ vorliege. Rywelski holte deshalb das vom Berliner Bernhard Höke entworfene „Anti-Nazi-Spray“ und desinfizierte das Schwein. (Spiegel 5 1968)
Otto Muehl: Materialaktion, Braunschweig 1970
Viel Blut, viel nackte Haut und viel Scheiße - 1970 führte der Wiener Aktionist Otto Muehl in Braunschweig ein Happening auf, worauf 18801 Bürger Unterschriften gegen die „obszöne Sauerei“ des Herrn Muehl protestierten. Auch in der Kunstkritik des „Spiegels“ bekam die Aktion „ihr Fett ab.“ (Spiegel 5 und 7 1970)
Manfred Spies: „Polizei-Terror“, Düsseldorf 1977
Der Künstler aus Düsseldorf wollte mit seiner Plakat-Aktion an einer Werbefläche in der Düsseldorfer Innenstadt „Terror“-Versionen der Polizei anprangern und ward bald von Polizei umstell. Spies hatte die „Selbstverwirklichungswand“ zwar selbst gemietet, fand aber keine Unterstützung bei den Passanten. Eine wütende Menschenmenge hatte seine Plakatwand völlig zerfetzt. Danach plante Spies mit einem Spielzeuggewehr sein nächstes Werk zu bewachen. Motto des geplanten „Anschlags“: „Wann sind wir soweit, die Meinungsfreiheit mit Scharfschützen“ zu verteidigen?“ (Spiegel 45 1977)
Jenny Holzer: „Da wo Frauen sterben, bin ich hellwach.“, Beilage Sdt. 1993
Die US-Künstlerin wollte 1993 auf die Gräuel des Balkankrieges aufmerksam machen und mischte Blut (zunächst war auch an Sperma gedacht worden) mit Farbe für den Druck des Magazins der Süddeutschen Zeitung. Aufkleber: „Da wo Frauen sterben, bin ich hellwach. Gegen diese Aktion wurde heftig protestiert. (Vgl. u.a. Spiegel 46 1993)
Santiago Sierra: „245 Kubikmeter“, Stommeln, 2006
2006 musste Santago Sierra seine Arbeit in der ehemaligen Synagoge in Stommeln bei Köln nach heftigen Protesten vorzeitig abbrechen. Für die Arbeit „245 Kubikmeter“ hatte er im März Autoabgase in den Ausstellungsraum geleitet, in den dann die Besucher mit Gasmasken gehen konnten. U.a. protestierte der Zentralrat der Juden gegen die „niveaulose Aktion“. Das Einleiten von Auspuffgasen in den ehemaligen jüdischen Betraum sei „eine Beleidigung der Opfer", sagte der Generalsekretär des Zentralrates Stepphan J. Kramer. (u.a. Sdt. 4.7.2006)
Silke Wagner: Aktion gegen Abschiebung, um 2006 (vermutlich)
In Frankfurt erregte die Künstlerin Silke Wagner Aufsehen, weil sie einen Kleinbus in den Farben einer großen deutschen Fluggesellschaft streichen ließ. Sie wollte damit die Beteiligung des Unternehmens bei der Abschiebung von Flüchtlingen deutlich machen. Die Fluggesellschaft ließ die Benutzung des Buses gerichtlich untersagen. (MZ 23.11.2006)
“120 Bären“, Berlin 2006
Der Berlins Kultursenator Flierl wollte 2006 eine Kunstaktion mit 120 lebensgroßen, bunt bemalten Bären (Stellvertreter für die 120 UN-Mitgliedsstaaten) stoppen. Zunächst sollten die sog. Buddybären im Kreis um das unterirdische Mahnmal zur Bücherverbrennung aufgestellt werden, um im Rahmen der weltweiten Wanderausstellung für Völkerverständigung zu werben. Der Senator sah darin allerdings nur einen „kitschigen Massenaufmarsch“ von einem „ästhetisch und moralisch“ verschlissen Bärenmotiv. Die Jüdische Gemeinde aber stellte sich hinter das Projekt, weil es so das Mahnmal in den Mittelpunkt gerückt werde. (Sdt. 21.4.2006)
Andre´ Pascal Stücher und Jan Andreas Enste, „Grüne Tür“, Münster 2006
Die beiden Künstler wollten frei nach der Literatur von H.G. Wells eine „Grüne Tür“ auf einem Bürgersteig in der Innenstadt installieren. Doch das Münsteraner Ordnungsamt beharrte auf der „Aufrechterhaltung eines störungsfreien Gemeingebrauchs“ und stellte dem auf die Freiheit der Kunst pochenden Künstlerduo „jau pas“ diverse Auflagen. So musste u.a. die Kunst mit Baken und Leuchten abgesichert werden. Die Idee der Arbeit: Man kann durch die Tür gegen einen Obolus von 10 cent ins Nichts gehen. Ein Mann stand davor, sprach “Das macht doch keinen Sinn“ zahlte die Münze, schritt durch und sagte abschließend: „So sinnlos wie mein Leben“ (WN 2006)
Falk Richwien: Kaninchen töten – Kunst?, Berlin 2006/9
Der Berliner Konzeptkünstler Falk Richwien köpfte zwei Kaninchen in einer Berliner Hinterhofgalerie vor ca. 40 Zuschauern. Daraufhin erstattete der Deutsche Tierschutzbund Strafanzeige. Das Gericht entschied für den Tierschutz und verurteilte den Künstler zu einer Geldstrafe. Die Aktion führte zu Tierschutzpetitionen und wird im Netz in zahlreichen Foren meist scharf verurteilt. (Sdt. 22.2.06, Spiegel online 2009 u.a.)
Gregor Schneider will Sterbenden ausstellen, Krefeld 2008
Die Idee führte zu scharfen Protesten und stieß auch bei NRW-Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff auf Ablehnung. „Aber darf ich deswegen einen realen Sterbeakt öffentlich ausstellen? Muss Kunst nicht, nachdem alle Tabus gebrochen sind, sogar dazu beitragen, Tabus wieder zu errichten?“ Ein Sprecher von „Haus Lange“ (Krefeld), in dem die Aktion stattfinden sollte, erteilte dem Projekt seine Absage: „In unseren Museen wird es eine solche pietätlose Aktion unter gar keinen Umständen geben.“ (WN 22.4.2008)
Zentrum für Politische Schönheit – Angela Merkel bei ebay zum Verkauf angeboten, 2009
Um ein Zeichen gegen die allgemeine Politikverdrossenheit zu setzen hatten Berliner Künstler vom Zentrum für Politische Schönheit Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier im August 2009 im Internet-Auktionshaus ebay (philippinische Plattform) zum Verkauf angeboten. Beide Politiker wurden in den Angeboten als „visionslos, antriebslos und uninspirierend“ beschrieben, der Artikelzustand als „gebraucht“ definiert („ höchst bietend an Selbstabholer“). Der Erlös der Auktion sollte an das „Seerosen für Afrika“-Projekt gehen. Dieses sieht vor 1000 schwimmende, fest verankerte Plattformen auf dem Mittelmeer zu installieren, um Bootsflüchtlinge zu retten. Nach Angaben der Initiatoren aber wurde die Auktion vom Kanzleramt gestoppt. Zunächst hatte es laut Aussage des beteiligen Künstlers Philipp Ruch einen „relativ unfreundlichen“ Anruf aus dem Bundeskanzleramt gegeben, der in der Forderung gipfelte, die Auktionen zu stoppen. Ruch hatte nach eigenen Angaben dem Anrufer angeboten, die Kanzlerin „für 5,6 Millionen Euro freizukaufen“, woraufhin der Mitarbeiter auflegte. Bis zum Abschalten lag das Gebot für die Kanzlerin bei 3030 philippinischen Pesos (ca. 44,50 Euro). Mehr als 10.000 Besucher hatten die Auktionsseite mit Kanzlerin aufgerufen. Schon vor dieser Aktion war das Zentrum für Politische Schönheit durch einige Kunstaktionen, die stets auf Politik und Gesellschaft zielten, in die Schlagzeilen geraten. Etwa am 8. Mai , als ein junger Mann auf einem Pferd bis zur Tür des Bundestages ritt und dort zehn Thesen zur Schönheit an die Tür nagelte. Als die immer rußverschmiert auftretenden Künstler im selben Monat zur Bundespräsidentenwahl vor dem Bundestag ein Gedicht vortragen wollten, hielt die Polizei die Aktion für eine Demonstration und stellte gegen alle Beteiligten Strafanzeige. Bild Die bislang größte Aktion war eine Gedenkveranstaltung zum Massaker in Srebrenica (1995), bei der die Künstler im Juli 2009 am Brandenburger Szenen der entscheidenden Sitzung des UN-Krisenstabes nachspielten. (ZDF-heute-online 12.8.2009)
Guillermo Habacuc Vargas, Folter eines Hundes, Costa Rica 2007/2009
Der Künstler ließ einen Hund verhungern und machte ein Video darüber. Heftige Proteste und Vorwürfe begleiteten die Aktion. (online)
Anna Odell: "Kunstfack", Stockholm 2009
In ihrer Abschlussarbeit war die Künstlerin nur leicht bekleidet und scheinbar verwirrt im Januar 2008 auf eine Brücke gegangen, um - so der Anschein - sich ins kalte Wasser zu stürzen. Besorgte Passanten riefen die Polizei, die Odell in die Psychatrie brachten. Dort angekommen schlug sie so lange um sich, bis sie fixiert wurde. Am nächsten Morgen klärte sie das Personal über die Aktion auf. Odell wurde wegen falschen Alarms, Widerstand gegen die Staatsgewalt und "unredlichen Verhaltens" angeklagt. (Sdt. 27.8.2009)
Christoph Büchel: "Elemnt 6" - "Swinger"-Kunst, Österreich 2010
In der Wiener Secession richtete der Schweizer Künstler einen Swingerclub ein. Daraufhin wurde u.a. gefordert, der Secession als Kunstverein alle Subventionen zu streichen.
Foto
Robert Mapplethorpe: Jim and Tom, Ohio 1990
1990 wurde der Museumsdirektor vom Contemporary Arts Center Cincinnati (Ohio)erstmals ein Museumsdirektor wegen Verbreitung von Pornographie vor Gericht gestellt. Grund für die Anklage war eine Ausstellung mit Arbeiten des 1989 verstorbenen Robert Mappelthorpe, unter denen auch Fotos aus der schwulen Sado-Maso-Szene zu sehen waren. Die Arbeiten wurden während der Ausstellung beschlagnahmt. Vor Gericht allerdings wurde der Direktor freigesprochen. (Spiegel 42 1990)
Sol LeWitt-Motive: Guckloch, Washington 1964/1991
Elizabeth Broun, die Direktorin des National Museum of American Art (Washington), wollte aus der Ausstellung über zeitgenössische Fotografie u.a. ein „entwürdigendes“ Werk von Sol LeWitt entfernen. Der hatte verteilt über zehn Guckkästen einen Frauenakt gezeigt, der sich auf Bildausschnitte bis auf eine Verengung zum Nabel entwickelte. (Spiegel 33 1991)
Larry Fink: „Forbidden Pictures“, Mannheim 2005
Eine Serie von „Forbidden Pictures“ mit Puffbildern von George W. Bush, Donald Rumsfeld u.a. prominenten Politikern (nachgestellt mit Doppelgängern) wollte der US-Fotograf Larry Fink als satirischen Kommentar verstanden wissen. Die auf den Internationalen Fototagen in Mannheim/Ludwigshafen gezeigten Arbeiten aber wurden heftig debattiert und mit Blick auf die Ausstellungsfähigkeit kritisiert. (Spiegel 24 2005)
Rip Hopkins, Frühstück im Grünen, 2006
Cyrille Geslin, Aufseher im Musée d`Orsay, und der britische Fotograf Rip Hopkins sorgten mit der Veröffentlichung einer eigenwilligen Deutung von Manets „Frühstück im Grünen“ für helle Aufregung auf der Fotomesse „Paris Photo“. Das ausgestellte Foto mit dem nackten Museumsangestellten war Ende 2006 im Auftrag des Museums anlässlich des 20-jährigen Bestehens entstanden. Nach dem Konzept des Fotografen durften sich die Mitarbeiter selbst in Szene setzen und auf den Auslöser drücken. Der junge Geslin bot sich an, als männliches Pendant zu Manets nackter Frau zu posieren. Der Museumsdirektor war entsetzt und so sollte die Arbeit eigentlich nie an die Öffentlichkeit gelangen, weil es angeblich „der Würde des Museum schadet.“ (Spiegel 48 2008)
Jill Greenberg: Fotoserie „End Times (Weinende Kinder)“, L.A. 2006
Die Künstlerin Jill Greenberg provozierte mit einer Fotos von Kindern im Alter von 2-3 Jahren, die zuvor für das Shooting zum Weinen gebracht worden waren (etwas indem ihnen kurz einen Lutscher gegeben und dann sofort wieder weggenommen worden. Die zunächst in L.A. gezeigte Show führte zu heftigen Protesten und wüsten Beschimpfungen etwa in Form von Hitler-Vergleichen. Der US Blogger Andrew Peterson meinte: „Jill Greenberg ist eine kranke Frau, die eingesperrt und wegen Kindesmissbrauch bestraft gehört“. (Spiegel 31 2006 und Sdt. 28.7.06)
„euroPART. Aktuelle Kunst aus Europa“, 2005
Die Aktion des Veranstalters „25peaces“ wurde in Österreich heftig diskutiert. SPÖ, FPÖ, Feministinnen und die Boulevardpresse entrüsteten sich über großformatige Plakate, die im öffentlichen Raum anlässlich des turnusmäßigen EU-Vorsitzes Österreichs gezeigt wurden. U.a. wurden die Queen, George W. Bush und Jacques Chirac in eindeutigen Posen präsentiert und in Anlehnung an Courbet eine Frau mit weit gespreizten Beinen und nur mit einem knappen, 15 EU-Sterne tragenden Slip bekleidet, gezeigt. Der österreichische Staatssekretär für Kunst verurteilte die Plakate der Europa-Kampagne als „sexistisch“ und „die Menschenwürde verletzend“. (Welt 30.12.2005)
Graphik und Collage
Rainer Hachfeld: F.J. Strauss-Karikaturen und "Wir rufen die Jugend der Welt", 1971
In der Zeitschrift politisch-orientierten "konkret" hatte der Zeichner u.a. mehrfach wiederholt Karikaturen veröffentlicht, die den damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß als kopulierendes Schwein darstellten. Wegen Beleidigung wurde er daraufhin zu einer Geldstrafe verurteilt. Um die Prozeßkosten zu decken wurde eine "Sammlungsbewegung zur Rettung der politischen Karikatur" ins Leben gerufen. Sie brachte u.a. ein zweifarbiges Hachfeld-Poster "Wir rufen die Jugend der Welt" passend zur Olympiade in München 1972 heraus. Das BVerfG wies seine Verfassungsbeschwerde 1987 zurück und urteilte, Hachfelds Karikatur verletze die Würde des Menschen und sei nicht durch die Kunstfreiheit gedeckt. (wikipedia/Spiegel 12 1971)
Klaus Staeck: "Gerhard Löwenthal - Abschalten wenn dieses Bild erscheint", 1971
Die Aufkleber mit dem "Law and Order"-Fernsehjournalisten wurden auf Wunsch von Löwenthal dem ZDF-Justitiariat vorgelegt.
Alfred Hrdlicka: Goldener (Penis)Winkel, 1973
In Deutschland wurde das Biedermeier-Erotikon „Wiener Blut“ (Rogner & Bernhard) anstandslos vertrieben. Im Nachbarland Österreich brachte der Verkauf einem Wiener Buchhändler drei Monate Kerker zur mit Bewährung ein. Der Bildhauer Hrdlicka protestierte mit vielen anderen Künstlern gegen das Urteil und veralberte die penible Anti-Porno-Justiz der Alpenrepublik mir einer Serie von Farbradierungen, der er den Titel „Wiener Blut“ gab. Die delikaten Blätter zeigen etwa mit einem „Goldenen (Penis)Winkel“ das Problem. Wann wird der Akt zur Pornographie. In Berlin, wo die Mappe bei Propyläen erscheinen sollte, hielt der Zoll die Sendung mit den Radierungen erst einmal fest. Danach ermittelte die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Verlag. (Spiegel 53 1973)
Madonna mit Raffinerie,1973
Passend zur Ölkrise gestaltete der Kölner Graphiker Andreas Schulz-Lemke sein Weihnachtsposter „Madonna mit Raffinerie“, das „die Allmacht von Kirche und Erdöl“ symbolisieren soll. Auf Rat seines Anwalts“ verzichtete der Graphiker aber darauf, dem Werk den vorgesehenen Text beizufügen: „Heilige Mutter Esso, bitte für eine warme Weihnacht!“ (Spiegel 52 1973)
Dirk Streitenfeld: "Aufrüstung ist sittenwidrig", 1984
Das Anti-Kriegs-Poster zeigt eine olivgrüne Unterhose, aus der eine stahlblaue Rakete ragt. Die Deutsche Städtereklame lehnte es ab, die großformatige Graphik auf den Werbeflächen in den Städten auszuhängen, da sie "gegen die guten Sitten" verstoße. (Spiegel 5 1984)
Deutsche Ausgabe von "L´Espresso": Hitler-Karikaturen, 1987
Die deutsche Ausgabe wurde um einen achtseitigen Artikel zum Historikerstreit gekürzt, insbesondere weil der Artikel auch zahlreiche historische Karikaturen mit Hitler u.a. von Grosz (mit insgesamt fünf Hakenkreuzen) enthielt. Der Importeur befürchtete einen Verstoß gegen das Gesetz bzgl. der "Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen". (Spiegel 3 1987)
Art Spiegelman: Der politisch unkorrekte Kuß, 1993
Der Künstler Art Spiegelman verärgerte mit einer Graphik sowohl die Mitglieder der jüdischen wie auch der schwarzen Gemeinde in New York. Er hatte für die Ausgabe des "New Yoker" auf der Titelseite einen orthodoxen Juden gemalt, der eine schwarze Frau küsst. Spiegelman wollte damit für eine „Versöhnung“ der beiden seit langem bis hin zu Gewalttätigkeiten verfeindeten Gruppen werben. Doch chassidistischen Juden ist es streng untersagt eine Nicht-Orthodoxe zu umarmen oder eine Frau öffentlich zu küssen. (Spiegel 7 1993)
Michael Dickinson: Collage Erdogan-Bush-Tiershow, Istanbul 2005
Der britische Künstler Michael Dickinson hatte für die sog. Friedensausstellung in Istanbul auf einer Collage den türkischen Ministerpräsidenten als Hund dargestellt, der auf einer Tier-Show von US-Präsident George W. Bush mit einer Schleife ausgezeichnet wird. Die Arbeit musste entfernt werden. Den Organisator der Ausstellung drohte eine Strafanzeige wegen „Beleidigung der Würde des Ministerpräsidenten“. Kein Einzelfall: Nach Angaben des türkischen Verlegerverbandes verklagte Premier Erdogan allein 2004 59 Künstler und andere Personen, die ihn kritisiert hatten. (Spiegel o. Nr. 2005)
Erika Lust: "Frau Orosz wirbt für das Welterbe", Dresden 2009
Auf dem Werk war die Dresdener Oberbürgermeisterin nackt (mit Amtskette) vor der fertigen Waldschlößchenbrücke abgebildet. Dagegen klagte die Politikerin und bekam vor Gericht recht. Die Künstlerin Erika Lust kündigte Berufung an. (MZ 4.12.2009)
Malerei
Nackte Frau am Kreuz, Kurt Fahrner, Basel 1959/1980
Bereits im Frühjahr 1959 präsentierte der Maler Kurt Fahrner in Basel das Bild einer nackten, gekreuzigten Frau. Die Aktion führte über heftige Debatten im Parlament bis hin zu Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Das Gemälde landete gemäß dem Urteil der Schweizer Bundesrichter schließlich in der Asservaten-Kammer der Basler Staatsanwaltschaft: „Die Form des Kreuzes und die Inschrift am Kopf des Stammes erinnern den Christen unfehlbar an den Kreuzestod von Christus. Anstelle des Leibes Christi hängt jedoch eine nackte Frauengestalt am Kreuz, die mit gespreizten Beinen die deutlich sichtbare Scham offen zur Schau stellt, als ob sie zum Geschlechtsakt bereit wäre. Eine solche ans Unzüchtige grenzende Darstellung, mit dem Erlösungstod Christi in Parallele gesetzt …, verletzt in gemeinster Weise die religiöse Überzeugung anderer.“ Fahrner selbst wurde zu 100 Franken Buße und drei Tagen Haft auf Bewährung verurteilt. Als er 1978 starb, wurde eine große Retrospektive vorbereitet, wobei auch das schon fast vergessene Bild wieder in den Blickpunkt geriet und eine Herausgabe gefordert wurde. Selbst der Erste Staatsanwalt Basels, Hans Hungerbühler, schloss sich dieser Forderung an und dokumentierte in einer Stellungnahme, wie sehr sich Überzeugungen und Wertvorstellungen verschieben können: „Ich habe das Gemälde kürzlich besichtigt. Dabei ist mir – offen gestanden – erst richtig bewusst geworden, in welch grundlegender Weise sich die Anschauungen in den letzten 20 Jahren geändert haben. Ich glaube jedenfalls nicht, dass das Gemälde heute noch sittliche oder religiöse Gefühle verletzen könnte.“ (Spiegel 31 1980)
Evelyn Kuwertz, Brigitte Mauch, Toja Wernery: „Situation der Frau in der Familie“, Berlin 1970/76
1970 entstand die Bildwand der drei Malerinnen. Als das Werk 1973 öffentlich ausgestellt werden sollte, legte der Berliner Schulsenator sein Veto mit der Begründung ein, dass die Arbeit „sittenwidrig“ sei. Vor allem die Darstellung einer putzenden Frau, der sich ein Mann von hinten nähert, wurde beanstandet. 1976 konnte die verbotene „Frauenwand“ dann doch in der Berliner Galerie 70 ausgestellt werden. (Spiegel 50 1976)
Curd Jürgens: Unvorteilhafte Malerei, 1974
Die baden-württembergische Stadt Gaggenau hatte Künstlern den Auftrag gegeben, drei stadteigene Häuser durch Wandmalereien zu verschönern. Eines der Objekte wurde mit einem Meer bemalt, in dem u.a. Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock, Marilyn Monroe und auch Curd Jürgens schwimmen. Dagegen protestierte der „Normanische Kleiderschrank“, da sein Abbild „in höchstem Maße unvorteilhaft“ sei und forderte unter Androhung juristischer Schritte die „schnellste Entfernung“. (Spiegel 44 1974)
Wandbild: „Wasserfest – Loblied auf das Leben“, China 1981
Nach scharfen Protesten der Parteiführung in Jünnan (China) gegen die „Beleidigung der Würde unserer Frauen“ wurde das Wandbild „Wasserfest – Loblied auf das Leben“ zunächst verhüllt und dann durch ein Spanplatte völlig abgedeckt. Auf dem Bild sind Mädchen der Dai-Minderheit beim traditionellen Wasserfest – auch nackt – abgebildet. Das Fresko war ein Jahr vorher am Pekinger Flughafen erstmals der Öffentlichkeit übereignet worden. Es galt als Sensation, da es erstmals im kommunistischen China nackte Menschen öffentlich zeigte. (Spiegel 17 1981)
Hellmuth Eichner, Die Saubermänner (vermutlich 1985)
Der Bonner Maler Hellmuth Eichner hatte zwecks Werbung für seinen Kunstband in der Buchhandlung Röhrscheid (Bonn) ein Bild mit dem Titel „Die Saubermänner“ ausgestellt. Nachdem verschiedene Anrufer das Werk als „Schweinerei“ und „Pornographie“ bezeichnet hatten, wurde es von Eichner durch das Bild „Kuh in den Rheinauen“ ersetzt. (Spiegel 50 1985)
Michelangelo: „Jüngstes Gericht“, Italien 1989
Die schwebenden Schleier, die 1565 auf Geheiß der Kurie über das unverhüllte Geschlecht der Verdammten wie der Erlösten gemalt worden waren, sollten bei der Restaurierung des Riesenfreskos in der Sixtinischen Kapelle 1989 nicht wieder entfernt werden. (Spiegel 41 1989)
Robert Combas: „La Liancée de Belmondo", Paris 1990
Schauspieler Jean-Paul Belmondo wehrte sich gegen die Verwendung seines Kopfes als Kunstgegenstand vor Gericht. Ein Pariser Auktionshaus hatte ein Gemälde von Combas angeboten, in das zwei Fotos Belmondos eingefügt waren. Der Kläger kritisierte u.a., dass er von „unsympathischen Personen“ und einer „monsterartigen Frau mit rechteckigem Kopf“ umgeben sei. Das Gericht folgte seiner Argumentation. Spiegel 34 1990)
Künstlergruppe „Blaue Nasen“: „The Candle of our Life“, Dresden, Moskau 2007
Das Bild sollte eigentlich in der Ausstellung „Learning from Moscow“ in der Städtischen Galerie in Dresden gezeigt werden. Es stellt Jesus mit kleinem Bierbauch, Silberkettchen und einer Kerze in der Hand dar, die vom russischen Nationaldichter Alexander Puschkin angezündet wird. Die Flamme wiederum wird durch die Hand vom damaligen Präsidenten Wladimir Putin gegen möglichen Unbill geschützt. Die Parodie auf die neue russische Dreifaltigkeit Kreml, Kunst und Kirche aber wurde vom Moskauer Zoll zurückgehalten. (Spiegel 22 2007)
„Venus“ von Cranach – zu nackt, London 2008
Eigentlich sollte ein Plakat der nackten „Venus“ (1532) von Lucas Cranach dem Älteren (1472 bis 1553) in der Londoner U-Bahn für eine Ausstellung des großen Renaissance-Künstlers in der Royal Academy werben, aber den Verantwortlichen der Londoner Verkehrsbetriebe war es zu „anstößig“. Man befürchtete, die römische Göttin, einzig bekleidet von einem durchsichtigen Schleier, könne zur „Verstörung“ der Fahrgäste führen. Die „Venus“ befindet sich hinsichtlich ihrer Ablehnung in guter Gesellschaft: davor war ein Werbeplakat für einen Vibrator Marke „Zügelloses Karnickel“ zurückgewiesen worden. Nach heftigen Protesten entschuldigten sich die Londoner Verkehrsbetriebe und nahmen das Verbot zurück. (Spiegel 8 2008 und Bild 13.2.2008 online)
Jasper Joffes: „Himmler“-Porträt, 2008
Charles Saatchi, Kunstsammler jüdischer Herkunft, sah sich heftiger Beschwerden von jüdischer Seite ausgesetzt, nachdem er Jasper Joffes in Bonbonfarben gehaltenes Porträt von Heinrich Himmler gekauft hatte. Auf dem Porträt ist der für die Planung und Durchführung der Vernichtung der europäischen Juden verantwortliche Nazi in einer grünen Phantasieuniform zu sehen (Spiegel 8 2008)
Béla Faragó: "Wollust", Erlangen 2010
Der Nürnberger Künstler malte in sieben drastischen Bildern die Todsünden. Auf dem Bild "Wollust" zeigte er eine nackte Frau mit gespreizten Beinen, daneben zwei Männern mit erigiertem Penis. Das brachte dem Künstler den Vorwurf der Pornographie ein. Proteste führten dazu, dass das Bild an Sonntagen verhüllt werden sollte. (WN 13.3.2010)
Erika Lust: "Frau Orosz wirbt für das Welterbe", 2010
Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die bis auf Strümpfe mit Strapsen, Schuhen, einer goldenen Amtskette und einem Tuch, das nichts verhüllt, nackt ist. Im Hintergrund sind Brückenbögen zu sehen, die sich auf die Diskussion um die sog. Waldschlösschenbrücke bezieht. Über deren Bau wurde über Jahre heftig gestritten mit dem Ergebnis, dass die Stadt Dresden an den Bauplänen festhielt und das Welterbekomitee Dresden daraufhin den Welterbetitel aberkannte. Der Titel des Bildes legt einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen, der Darstellung und der gleichnamigen Oberbürgermeisterin Orosz nahe. Die fühlte sich auch prompt verunglimpft und zog vor Gericht und gewann den ersten Prozess, in dem über Kunstfreiheit und Persönlichkeitsrechte gestritten wurde. Die Künstlerin ging in Berufung und malte weiter: "Frau Orosz wirbt für das Weltkulturerbe II" (es zeigt eine Person in Burka vor der Brücke) und "Das Rosa Wunder" (es gleicht dem Skandalbild, aber die dargestellte Frau trägt nun ein rosafarbenes Höschen). (Spiegel 15 2010)
Wandgemälde "Dostojewskaja", Moskau 2010
Ursprünglich sollte das Wandgemälde die neue Moskauer Metrostation "schmücken". Es wurde aber als zu "brutal" abgelehnt. Auf dem Marmorgemälde ist ein Mann zu sehen, der eine Frau mit einer Axt erschlägt. Das Bildmotiv ist Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne entlehnt. Eine Psychologe warnte davor, dass die Station zu einer Pilgerstätte für Selbstmörder werden könne. Die Eröffnung der Station wurde verschoben. (Sdt. 15./16.2010)
Micky Maus als Heiliger und Jesus als Werbefigur, Moskau 2010
wegen einer Ausstellung mit solchen Werken sollten die beiden Moskauer Kunstexperten, Andrej Jerofejew und Juri Samodurow, drei Jahre ins Straflager. der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautete: Aufwiegelung zu religiösem Hass. (MZ 23.6.2010)
Objekte und Installtionen
Georg Herold: „Mekka“, Essen 2003
Im Folkwang-Museum Essen wurde zunächst die Arbeit „Mekka“ von Georg Herold gezeigt - ein schwarzer Kasten bespannt mit einer Unterhose. Muslime empfanden das als Verunglimpfung der Kaaba. Daraufhin wurde das Werk in „Mokka“ umbenannt und entschärft. (Sdt. 11.3.2006)
Tomi Ungerer: Öffentliches WC, Plochingen 2007
Ein WC in Form einer Kuppel von riesigen, nachts angestrahlten Pobacken wurde entgegen der Planung im schwäbischen Städten Plochingen nicht gebaut. Das Vorhaben von Ungerer stieß zunächst bei der muslimischen Gemeinde des Städtchens auf Widerstand, weil das WC an eine Moschee erinnere. Einen zweiten Einwand gab es wegen des geplanten Standortes mit in der Gemeinde direkt gegenüber der Kirche. Der Bürgermeister hatte zunächst um einen neuen Entwurf ohne die anrüchige Kuppel gebeten („vielleicht mit Wolken und einer Sonne darüber“). Ungerer aber wollte nicht mehr, da ein „zentrale Element“ seines Entwurfes nicht realisiert werden sollte. (Welt 7.2.2007)
Babak Saed: "Gehorche keinem", Münster 2009
In riesigen roten Lettern hatte der im Iran geborene Künstler den Schriftzug anbringen lassen. es sollte ein Geschenk der Staatskanzlei an die Uni sein und den Studierenden Mut zur Gedankenfreiheit machen Doch alsbald regte sich Protest: Angestellte der UB wurden mit dem Anarchismus-Vorwurf bedacht, Theologen witterten Gotteslästerung und ein Dozent Hübner vom Institut für Sportwissenschaft sah in einem offenen Brief Freiheit und Demokratie bedroht. (MZ 27.10.2009)
Skulptur
Symbol der Arbeit – Symbol der Sparsamkeit, Santander (Spanien) 1969
Ursprünglich sollten zwei von der Stadtsparkasse in Santander für 30 000 Mark in Auftrag gegebene Bronzestandbilder als Symbol der Arbeit (männliche Statue) und der Sparsamkeit (weibliche Statue) nicht aufgestellt werden. Die Stadtväter hatten Einspruch erhoben, weil die Statuen unbekleidet waren und, so die offizielle Begründung, die Einwohner von Santander noch nicht reif genug wären, um Kunst von Pornographie zu unterscheiden. Erst nachdem der Bischof von Santander die Figuren als „ehrenwerte Symbole menschlicher Werte“ bezeichnet hatte, konnten sie enthüllt werden. (Spiegel 19 1969)
Edwina Sandys: "Christ", New York 1976
Die Churchill-Enkelin hatte eine Christus-Figur mit weiblichen Formen aus Bronze hergestellt, um "das Leid der Frauen künstlerisch aus(zu)drücken" (Sandys). Das französische Nachrichtenmagazin "L`Express" kritisierte das Kunstwerk scharf und befürchtete, Churchill werde "sich im Grabe herumdrehen". (Spiegel 3 1976)
Bernd S.: "Kunst im Knast" - Skulptur zur Justiz, 1987
Im Rahmen des Projektes hatte der Strafgefangene seine Vorstellung von der Justiz in Beton gießen lassen: ein Robenträger, auf einem Auge blind, der verächtlich auf zwei Gestrauchelte blickt. Die Aufstellung der Skulptur wurde untersagt, weil ein solches Richterbild für die Justiz nicht tragbar sei. (Spiegel 3 1987)
Ferstl: Madonna mit Kind, Weilheim1991
Zum Glaubensstreit um eine bronzene Madonna kam es 1991 in Weilheim (Oberbayern). Der Bildhauer Ferstl war damit beauftragt worden, eine Madonna für eine Brücke zu fertigen. Die Enthüllung der Skulptur kurz vor Weihnachten geriet zum Desaster, weil die dargestellte Maria bereits „enthüllt“ war und Maria leicht bekleidet und leger auf ihrem Sockel hockend zeigte. Eine Ärztin vom Freundeskreis Maria Goretti an, der u.a. über die „Reinheit und Keuschheit“ der bayrischen Jugend, sah durch die Plastik die „Königin des Himmels und der Erde auf die Stufe unserer Zeit herabgezogen“. Beistand erhielten die Gegner vom damaligen Ministerpräsidenten Streibl, der sich gegen „eine solche Beschmutzung der Ehre“ der Gottesmutter verwahrte. In der heftigen Diskussion wurde der Abbau der Madonna gefordert. (Spiegel 7 1991)
Ernst Fuchs (?): Esther, o.J., aufgestellt 1991
Zur Gründung des „Kunsthauses Dr. Hans Hartl“ in Freising mit Arbeiten des Wiener Phantasten Ernst Fuchs, wurde als Prunkstück eine acht Zentner schwere Nackt-Skulptur der biblischen Esther vor dem Ausstellungshaus aufgebaut. Die Freisinger waren empört und forderten die Skandalfigur zu verhüllen. ( Spiegel 9 1991)
Marc Quinn: „Selbstporträt“, Arnheim 1993
In der niederländischen Stadt Arnheim stellte der britische Bildhauer Marc Quinn sein „Selbstporträt“ aus: ein aus Polyester bestehender nackter Mann mit erigiertem Penis. Daraufhin forderte der örtliche Rat der Reformierten Kirche ultimativ die Entfernung der lebensgroßen Figur. Die Politik weigerte sich diesem Ansinnen nachzukommen. (Spiegel 33 1993)
John Skinner: Nackter Mann, Abbotsbury England 1994
Die hölzerne Skulptur mit ausgeprägtem Gemächte hatte der Künstler in seinem Garten ausgestellt. Die Bewohner des Dorfes fühlten sich durch das Werk beleidigt und verfügten eine Anordnung, dass das Werk entfernt werde. Nachts verhüllten Kunstgegner das Werk mit Windeln. (Spiegel 17 1994)
Frau Holle, Nordhessen 2004
Einen Sturm der Entrüstung löste die Skulptur "Frau Holle" in Nordhessen aus. Die am Hohen Meißner – dem höchstem Berg der Region - aufgestellte Skulptur der Märchengestalt war vielen zu "figurbetont" geraten. Den Worten folgten Taten: die drei Meter hoch und 1,3 Tonne schwere Holzskulptur wurde tätlich angegriffen und beschädigt. (WN 8.9.2004)
„The Greek Slave“, Vermont (USA), 2005
James Douglas, republikanischer Gouverneur des US-Staates Vermont, befreite 2005 seinen Schreibtisch von zuviel nackter Symbolik befreien. Auf dem stand nämlich eine Lampe, deren Fuß der Skulptur „The Greek Slave“ (1843) nachgebildet war. Diese gilt zwar als Symbol für die spätere Abschaffung der Sklaverei, aber die pure Nacktheit wollte er Schülerbesuchergruppen nun dennoch nicht zumuten. (Spiegel 1 2005)
Gregor Schneider: „Cube Venice 2005“, Venedig 2005
Schneiders von der Kaaba in Mekka inspirierte Skulptur mit dem Titel „Cube Venice 2005“ durfte auf der Biennale 2005 in Venedig nicht auf dem Markusplatz gezeigt werden. Denn der ca.15 Meter hohe schwarze Würfel konnte nach Ansicht der Aufsichtsbehörden dazu führen, dass Moslems sich provoziert würden. (MZ 16.5.2005)
Günter Schumann: „Die Arschficker“, Schwerin, 2005
Gegen den Bildhauer Günter Schumann ermittelte die Schweriner Staatsanwaltschaft 2005 wegen Beleidigung, weil er eine Skulptur angefertigt und in der Öffentlichkeit gezeigt hatte, die laut Meinung der Staatsanwaltschaft „nach äußeren Erscheinungsbild zwei Polizisten beim Analverkehr“ zeigte. Der Künstler widersprach dieser Deutung nicht, schließlich hatte er die Figuren mit grünweißen Dienstmützen versehen und eindeutig als „Die Arschficker“ klassifiziert. Zugleich berief er sich auf die Freiheit der Kunst. Die war in einem Kontext gezeigt worden, der ursprünglich nur bedingt etwas mit dem Werk des Bildhauers zu tun hatte. Ein Nachbarschaftsstreit machte seine Anwesenheit vor Gericht notwendig. Der Bildhauer kam per Auto mit Anhänger zur Verhandlung, darauf fest gezurrt die umstrittene Skulptur und parkte damit direkt vor dem Haupteingang des Amtsgerichts Schwerin. „Das passte gerade gut, weil ich noch einen weiteren Termin in der Stadt hatte und die Wirkung der Figur in der Öffentlichkeit testen wollte. Mit der Verhandlung hatte das eigentlich nichts zu tun,“ erklärte der Bildhauer. Allerdings war im Innern des Wagens, deutlich sichtbar auch noch die Terminrolle ausgelegt, auf der vier Polizisten als Zeugen namentlich genannt waren. Die Plastik wurde deshalb wegen Verdachts der Beleidigung von Kollegen beschlagnahmt. Die Beschwerde bekam zunächst Recht.Unbeanstandet blieb unseres Wissens hingegen eine Karikatur von Ernst Dahl, die (vermutlich in den neunziger Jahren) in der Satir-Zeitschrift "Titanic" veröffentlicht wurde, und die bzgl. Motiv und Darstellung sicherlich vergleichbar ist. Schon früher hatte der Bildhauer sich mit der Staatsgewalt angelegt. So hatte er Ärger wegen einer Skulptur bekommen, die den Tod des RAF-Mitglieds Wolfgang Grams auf dem nahe gelegenen Bahnhof von Bad Kleinen als Hinrichtung durch einen Beamten der GSG 9 zeigt und damit der amtlichen Version vom Selbstmord widersprach. Auch die Figurengruppe „Stralsund – Eine Verbringung“ zeigt die Polizisten nicht gerade als Freund und Helfer, sondern bezieht sich auf den Fall, bei dem Beamte im Winter 2003 einen betrunkenen Obdachlosen aus der Stadt schafften und im Freien aussetzten. Der Mann erfror. (Spiegel 33 2005).
Monumentalplastiken von Arno Breker, Joseph Thorak und Joseph Wackerle, Berlin 2006
Die streitbare Journalistin Lea Rosh wartete zur Fußball-WM 2006 in Deutschland mit dem Vorschlag auf, die Monumentalplastiken im Olympiastadion von Künstlern, die unter den Nazis hoch angesehen waren, zu verhüllen. So ungewöhnlich der Vorschlag auch klang, neu war er nicht. Bereits 1990, als Deutschland sich um die Olympischen Spiele bewarb, forderte der damalige Olympiabeauftragte, Hilmar Hoffmann, ebenfalls die Verhüllung der Statuen. (privat, ohne Quelle)
David Cerny, „Shark“, Middelkerke (B) 2006
Zum Bilderstreit kam es im Vorfeld der für den 1.4.2006 geplanten Kunstausstellung im belgischen Middelkerke (Beaufort-Kunstfestival). Der tschechische Kunst-Provokateur David Cerny wollte gefesselten Saddam Hussein als Skulptur wie einen Hai, der im Wasser schwimmt, ausstellen (Titel „Shark“). Der Bürgermeister der Gemeinde verweigerte die Zustimmung dazu, der er unter Verweis auf den sog. Karikaturenstreit keine Moslems schockieren wolle. (Heise de. 7.2.2006)
Hans-Peter Feldmann: „David“, Köln 2006
Einige Wochen vor der Eröffnung der Ausstellung „Das achte Feld“ (19.8 2006) wurde vor dem Museum Ludwig die Skulptur „David“ (frei nach Michelangelo) des Künstlers Hans-Peter Feldmann aufgebaut. Der Renaissance-David wurde hier aber nicht als Heros dargestellt, sondern als blond gelockter, rosafarbener Dandy. Ursprünglich sollte die Werbung für die geplante Schau zur Frage nach sexueller Identität noch drastischer ausfallen. Aber ein Plakatmotiv des Fotografen Wolfgang Tillmans, dessen Aufnahme einen Mann zeigt, der einen Rock trägt und eindeutig nichts darunter anhat, erschien dem Kulturdezernenten der Stadt zu freizügig. Das Museum druckte eine bravere Variante und warb zusätzlich mit „David“. (Spiegel 33 2006)
Fleur Stoecklin: Skulptur „Aggression“, Düsseldorf 2006
Nach mehreren Drohungen wurde die islamkritische Skulptur „Aggression“ von der Jahreswerkschau der Düsseldorfer Kunstakademie entfernt. Die Schweizer Kunststudentin Fleur Stoecklin hatte selbst um die Entfernung des Werkes gebeten. Die Skulptur zeigt eine Moschee, deren Minarette die Form von Raketen haben. (WN 14.2.2006)
Daniel Edwards: Prinz Harry als Leiche, 2007
Als Kritik am Irak-Krieg wollte der US-Künstler Daniel Edwards seine Skulptur verstanden wissen, die den englischen Prinzen Harry in Armeeuniform als Leiche dargestellt. Die Arbeit löste heftige Kontroversen aus. Ein Ausstellungsverbot in England wurde in Erwägung gezogen. Die Mutter eines im Irak getöteten Soldaten wurde mit den Worten zitiert: „Das ist krankhaft.“ (u.a. Welt 6.10.2007)
Ottmar Hörl: Gartenzwerg mit Hitlergruß, 2009
Verhandelt wurde vor Gericht, ob die von Ottmar Hörl im Kunstverein Aschaffenburg ausgestellten Skulpturen, die Gartenzwerge beim sog. Hitlergruß zeigt, strafrechtlich relevant seien und verboten gehören. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Nürnberg kam das Gericht zu der Ansicht, dass zwar prinzipiell das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen – dazu zählt auch der sog. Hitlergruß – strafbar sei, dies jedoch nicht verfolgt werde, wenn die Darstellung in offenkundiger und eindeutiger Wiese die Bekämpfung der NS-Ideologie zum Ausdruck bringe. So konnten die Hitler-Gartenzwerge des Nürnberger Kunstprofessors weiter gezeigt werden. (WN 23.7.2009)
Peter Lenk: "Friede sei mit dir", Berlin 2009
Das Kunstwerk von Peter Lenk zeigt einem Mann mit erigiertem Penis. Es ist gut sichtbar an der Hauswand des "taz"-Gebäudes in Berlin angebracht und damit auch gut einsehbar vom nicht weit entfernt liegendem "Springer/Bild"-Haus. Viele Hinweise deuten daraufhin, dass es sich bei dem Mann um "Bild"-Chef Diekmann handelt. Der bestreitet dies ebenso wie der Künstler, gleichwohl eine Ähnlichkeit unverkennbar ist. Aber nicht der "Bild"-Chef wehrte sich gegen die Arbeit, sondern, verkehrte Welt, die "taz"-Chefin Pohl, die darin eine "klägliche Provokation" sah und ihr Urteil mit der Forderung nach Entfernung des Ganzen verband. (Spiegel 49 2009)
"Colonna Mediterranea", Malta 2010
Dass die Keramikskulptur Assoziationen an einen Penis auslösen könnte, führte angesichts des bevorstehenden Papst-Besuches auf Malta zu Forderungen nach einer Entfernung. Lokalpolitiker bezeichneten sie als "peinlich" und "obszön" und schließlich sollte dies doch nicht der erste Eindruck sein, den der Papst von Malte erhalte. Die Skulptur steht in der Nähe des Flughafens. (Kurier 13.4.2010)
Peter Lenk: "Imperia", Konstanz Bahnhof 2010
Die satirische Skulptur musste nach Protesten aus dem Konstanzer Bahnhof (Touristen Information) wieder entfernt werden. Sie zeigt u.a. eine nackte Papstfigur und einen Kaiser, wobei der Künstler sich nie eindeutig dazu geäußert hat, ob es die vermuteten Personen Kaiser Sigismund und Papst Martin V. sind. Bereits zur Aufstellung im April 2010 hatte es heftigen Widerstand gegeben, zumal eine Zeitung irrtümlich über einen "nackten Papst Benedikt XVI." geschrieben hatte. (kurier 14.5.2010)
Kurt Keller: "Heiliger Christophorus" (nackt), Dietenhofen 2010
Eine Skulptur des unbekleideten H. Christophorus in Dietenhofen sorgte 2010 für erhebliche Aufregung. Der Pfarrer der Gemeinde war wegen Missbrauchsvorwürfen suspendiert worden, woraufhin empörte Bürger den Nackten vor der Kirche als "Verhöhnung der Opfer" empfanden.(Sdt. 18.5.2010)








