Gewalt

Aus Zensur Archiv

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Inhaltsverzeichnis

"Schweinchen Dick", 70er

Anfang der siebziger Jahre wurde die Zeichentrickserie insbesondere auf Betreiben des CDU-Politikers Heiner Geißler aus dem Programm genommen. Ihm erschien die Serie zu brutal. (Prisma Archiv)


Harry Horror: "Gern hab´ ich die Frau´n gesägt", 1975

Zum Diskothekenhit entwickelte sich eine Platte, die die Plattenfirma RCA aus "Geschmacksgründen" eigentlich nicht herausbringen wollte, Harry Horrors Moritat auf den Massenmörder Honka. Im Text heißt es: "Bum, bum, bum, mit dem Hammer auf den Kopf. Eins, zwei, drei, mit dem Beil den Rest zerkloppt. Dann ruck, zuck noch die Knochen durchgesägt und das zerteilte Fräulein in den Pappkarton gelegt." (Spiegel 43 1075)

Harry Horror: "Gern hab´ ich die Frau´n gesägt"

Gesellschaftsspiel: „Provopoli“ - "Aufforderung zu terroristischem Verhalten“, 1980

Auf Antrag des Bayrischen Sozialministeriums indizierte die Bundesprüfstelle das Unterhaltungsspiel „Provopoli“, eine Art antikapitalistische Antwort auf „Monopoly“. Damit darf „Provopoli“ vom Horatio-Verlag nicht mehr an Jugendliche verkauft werden. In jeder der Spielvarianten befehden sich mit Tricks Kapitalisten (in Blau) und Systemgegner (in Rot): so wird u.a. der Dekan der Uni auf einer Toilette eingesperrt und soll von der blauen Polizei befreit werden, oder die Rotpartei organisiert ein “love-in“ im Stadtpark oder plant einen Hochschullehrer-Vortag zu stören. Die CSU sah in „Porvopoli“ deshalb „eine Aufforderung zu terroristischem Verhalten“.Der Frankfurter Spielclub hingegen hatte es als "ein Übungsspiel praktischer Staatsbürgerkunde" angesehen. (Spiegel 18 1972 und 28 1980)

Provopoli


2 Live Crew: "As nasty as they wanna be", 1989

Die Platte wurde in mehreren US-Bundesstaaten verboten.

W.A.S.P.: "Headless Children" and „Fuck like a beast“, 1989

Die Senatoren-Gattinnen von P.M.R.C (Parents Music Resource Center) protestierten gegen die Platten der Gruppe. Blackie Lawless, Sänger der Hevy Metal Grupp W.A.S.P. verklagte im Gegenzug die Organisation auf 50.000 Dollar Entschädigung, nachdem in einem vom P.M.R.C. herausgegebenen Buch für besorgte Eltern das W.A.S.P. Cover „Fuck like a beast“ (das pietätvoll als „F**K“ kaschiert werden musste) abgedruckt worden war. Aber auch auf andere Weise profitierten W.A.S.P. und andere Gruppen vom der PMRC-Arbeit. (Andreas Thiesmayer: „Da werden sich einige Gruppen extra einen Sticker auf ihr Album kleben, damit sie es besser verkaufen!“). Black Lawless bestätigte dazu: „Fucks ... immerhin haben wird mit dem Beginn der Diskussion gleich 50.000 Alben mehr verkauft.“ In Deutschland wurde das Cover 1986 indiziert und darf - wie alle „ab 18"-Medien - auch nicht über eBay gehandelt werden. Die Gruppe W.A.S.P. schmückte ihre Cover auch weiterhin mit Massenmördern. (Archiv)

"The Headless Children"

Carcass: „Obscene - Symphonies of sickness“ 1989

Mehrere tausend Kopien der Platte wurden von der Polizei beschlagnahmt.

2Pac „2Pacalypse“, 1991

Bereits die erste Platte vom Rapper Tupac sollte verboten werden. Der ehemalige amerikanische Vizepräsident Dan Quayle forderte ein Verbot, weil auf der Platte der Mord an einem Polizisten verherrlicht wird. (Stern-Archiv)

Ice–T: "Cop Killer", 1992

Bis hin zum Vizepräsidenten Dan Quayle wetterten in den USA die Gegner gegen die Plattenfirma "Time-Warner", weil sie es zugelassen hatte, dass ein Gangsta Rapper ungestraft zum Polizisten-Mord aufrufen durfte. Das gesamte Label für Gangsta Rap "Death Row Records“ geriet in die Kritik.

Bushido: MTV und Viva Sperre, 2007

Nachdem der Rapper Fler auf dem MTV Gelände überfallen worden war, nahmen die beiden Musiksender Bushido aus ihrem Programm: die offizielle Begründung für den Schritt war, es sei zu „Unstimmigkeiten gekommen. Unter vorgehaltener Hand aber wurde gemunkelt, das Bushido etwas mit dem Überfall zu tun gehabt haben könne. (WN 1.12.2007)

Bundesliga: Hoffenheim gegen Dortmund - Mäzen Dietmar Hopp als Zielscheibe, 2008

Auf dem Plakat stand "Hasta la vista Hopp" (ungefähr: "bis zum nächsten Wiedersehen Hopp"). Hopp stellte Strafanzeige. (MZ 23.9.2008)

Hopp als Zielscheibe im Stadion von Dortmund

Andy Riley: "Bunny Suicides", Shanghai 2008

Das Nonsens-Buch für Leute mit etwas makabrem Humor zeigt in Bildern eher absurde Versuche, wie ein Hase versucht sich umzubringen. Nachdem zahlreiche Kinder die Vorlagen für Selbstversuche benutzt hatten und ein zwölfjähriger dabei starb, wurde es zurückgezogen. (mail online 12.9.2008]]

Buchcover
Abbildung aus dem Buch
Abbildung aus dem Buch

Modern Warefare 2, 2009

In einer Spielsequenz sollen Menschen am Flughafen mit einer Maschinenpistole niedergemetzelt. In der deutschen Version darf der Spieler nicht selbst schießen. (Kulturspiegel 12 2009)

Szene aus Modern Warefare 2

Aktionsbündnis Winnenden: Verbot von sog. Killerspielen, 2009

Nach dem Amoklauf von Winnenden gründete sich 2009 ein Aktionsbündnis gegen Killerspiele. Ähnlich den Comicverbrennungen in den fünfziger Jahren wurden u.a. wie in Stuttgart Aktionen gestartet, bei denen sog. Killerspiele eingesammelt und in Müllcontainern entsorgt wurden. (Sdt. 19.10.2009)

Wandgemälde "Dostojewskaja", Moskau 2010

Ursprünglich sollte das Wandgemälde die neue Moskauer Metrostation "schmücken". Es wurde aber als zu "brutal" abgelehnt. Auf dem Marmorgemälde ist ein Mann zu sehen, der eine Frau mit einer Axt erschlägt. Das Bildmotiv ist Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne entlehnt. Eine Psychologe warnte davor, dass die Station zu einer Pilgergstätte für Selbstmörder werden könne. Die Eröffnung der Station wurde verschoben. (Sdt. 15./16.2010)

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